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Die Heidenheimer Zeitung berichtete am 21.11.2007

Bildhauersymposion Heidenheim
Ein Elektrozaun für die Kunst

Blick hinter die Kulissen: die Entstehung der Arbeiten für das „Werk 07" ist nun als Film zu sehen

Für Aufregung in der Heidenheimer Bevölkerung sorgt es allemal. Denn an kaum etwas anderem scheiden sich die Geister so sehr wie am Bildhauersymposion. Während die einen ganz begeistert sind von den in der Heidenheimer Innenstadt installierten Kunstwerken, können andere damit überhaupt nichts anfangen und reagieren mit bloßem Unverständnis.

Aber im Vergleich zu den vergangenen Jahren, in denen die Arbeiten der Künstler teilweise heftige Ablehnung erfahren mussten, war das „Werk 07" weniger umstritten. Geredet wurde über die Arbeiten der vier Künstler trotzdem, denn zu übersehen waren sie schließlich nicht. Jedoch bekamen die Heidenheimer bisher immer nur die fertigen Arbeiten präsentiert. Wie diese in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Firmen entstanden sind, war sicherlich nicht jedem bekannt.

Das könnte sich nun aber ändern, denn im IHK-Gebäude in Schnaitheim stellte die Vorsitzende des Vereins, Gabriele Rogowski, einen Film vor, der die Entstehung des „Werks 07" Schritt für Schritt dokumentiert.

Ob die leuchtenden Schriftzüge von Harald Kröner, die bunt gestreiften Tafeln von Rüdiger Stanko, der „Kreative Laster" von Ulrich Genth und Heike Mutter oder auch das „doppelte" Pumphäuschen auf dem Schlossberg von Ralf Werner: In dem rund einstündigen Streifen von Johannes M. Hartmann wird nicht nur die Fertigung der vier Werke festgehalten, die jeweiligen Künstler kommen auch selbst zu Wort. Dabei schildern sie ihre Eindrücke vom diesjährigen Bildhauersymposion, erklären ihre Arbeiten und geben interessante Hintergrundinformationen.

So machten sich beispielsweise Passanten bei der Anbringung von Harald Kröners Schriftzügen in der Fußgängerunterführung darüber Gedanken, wie diese vor Vandalismus geschützt werden könnten. Dabei wurde sogar der Vorschlag geäußert, einen elektrischen Zaun aufzustellen. Am Ende wurde daraus zwar „nur" ein ganz normales Gitter, doch der Pforzheimer Künstler wurde bei seinen Aufbauarbeiten sogar noch zu einem neuen Thema inspiriert. Denn jene Fußgänger machten sich nicht nur Gedanken über die Sicherheit des Kunstwerkes, sie wussten auch noch die Schuldigen auszumachen. Und die stammten aus jeder nur erdenklichen Nation.

Nicht ganz reibungslos konnte sich Ralf Werner ans Werk machen. Denn seine ersten beiden Ideen schlugen gleich mal fehl. Wie die beiden Arbeiten ausgesehen hätten, ist im Film ebenso zu sehen wie die Suche des Künstlers nach einem neuen Gebäude. Der dritte Anlauf Ralf Werners konnte dann schließlich umgesetzt werden, und so präsentiert sich das Pumphäuschen auf dem Schlossberg nun in doppelter Ausführung.

Bei der Entstehung gleich zweier Arbeiten hatten die Heidenheimer einen nicht unerheblichen Anteil und finden sich daher auch im Film wieder, zum Teil sogar in kurzen Interviews. Aber auch der unbeteiligte Fußgänger wurde mit der Kamera eingefangen, und dabei steht vor allem eine Szene - als ein älterer Herr mit skeptischem Blick den „Kreativen Laster"' passierte und sich dabei immer wieder erstaunt umdrehte - stellvertretend für die Haltung vieler gegenüber den Kunstwerken.

Doch eines, und das bringt der Film ebenfalls zum Ausdruck, hat das Bildhauersymposion allemal erreicht: Auch diejenigen, die sich bisher nicht für Kunst interessiert haben, haben die Arbeiten nicht nur wahrgenommen und vielleicht noch darüber nachgedacht, sondern sich zum Teil auch selbst an deren Entstehung beteiligt.

Der Film übrigens wird ab Samstag, 24. November, im Shop des Kunstmuseums in Heidenheim erhältlich sein.

Stefanie Lehner