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Albrecht Briz | Haussägen

2009 | SD 16:9 | 8:04 | 0,58 GB

Zur OPEN 2009, einer lokal renomierten Kunst-Ausstellung, packte Albrecht Briz ein heißes politisches Eisen an. Er führte eine Aktion fort, die er in Zusammenarbeit mit dem Verein FÖR e.V. – fair ökologisch regional durchgeführt hatte. Damals porträtierte er über 100 Bürger aus Heidenheim und Umgebung, die sich gegen Gen veränderte Futter- und Lebensmittel wandten, und

veröffentlichte diese auf einer Litfaßsäule.
Zur Open 2009 griff er die Litfaßsäule im Rahmen einer 3-teiligen Installation wieder auf. Diesmal beklebte er sie mit einem Motiv, das ein Haus zeigt. Eine Säge hat schon angesetzt, das Haus vom Dach her zu zersägen. So ziemlich das Schlimmste was passieren kann: das eigene Haus zu zerstören. Briz setzt dieses Bild als

Metapher ein: das Saatgut-Unternehmen Monsanto greife derart in die Natur ein – so die Meinung der Bevölkerungsmehrheit in der Bundesrepublik, dass die Sicherheit der Nahrungsmittel und die natürlichen Lebensgrundlagen gefährdet seien. In geringer Entfernung dazu baute er ein großes Mikado-Spiel auf. Jedem ist bekannt, dass man kaum in das

labile Gleichgewicht der Stäbe eingreifen kann, ohne dass das ganze System ins Wackeln gerät – ein anderes Bild zum selben Sachverhalt.
Darf sich Kunst so unverhohlen in politische Debatten einmischen? Albrecht Briz tut es, gibt aber zu, dass er diese Art Kunst zum Anlass nimmt, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen und aufzuklären.