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Albrecht Briz | je mi ne

2008/2011 | SD-16:9 | 24:24 min

Auf ein großes Wagnis ließ sich der Steinheimer Künstler Albrecht Briz ein, war doch wenige Wochen vor Austellungseröffnung nicht klar, wie seine große, den gesamten großen Museumsraum bespielende Installation aussehen würde. Unkonventionell war schon die Verwendung der Stellwände: sie bildeten keine rechteckigen Räume.
Rahmenthema war laut Künstler: „Ich hole die ganz

großen Künstler ins Heidenheimer Museum, das sich diese normaler Weise gar nie leisten könnte, einen Beuys, einen Matisse, einen Wahrhol, einen Vermeer, einen Riemenschneider, etc.“ Aus seiner riesigen Materialsammlung bediente sich Briz eins ums andere Mal. Zentral waren die in einer primitiv handwerklichen Art in Szene gesetzten Zitate der genannten Großen. Zum Teil überlagerten sich Zitate

verschiedener Künstler in einer Installation, wie z.B. der Beuys‘sche Fettstuhl mit Marcel Broodt­haers Muscheln. Wie kongenial seine Adaptionen sind zeigt zum Beispiel die auf eine rohe Sperrholzplatte gezeichnete gotische Madonna im Dürer-Stil, vor die er eine (Himmels)-Leiter stellt. Hinter, bzw. links davon wird eine primitive Zeichnung in einem schwarzen Umfeld sichtbar, die als Hölle gedeutet

werden kann. So wird der Leiter sowohl die Möglichkeit des Aufstiegs zu Gott zugesprochen, als auch zugleich des Abstiegs in die Hölle. Das berühmte Bildnis Jan Vermeers „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ wird in eine Strichzeichnung auf Sperrholz übersetzt. Bei genauerem Hinsehen bemerkt man, das die Linien aus auf den Bildträger getackerter Lakritze bestehen. Der großformatige

„Tanz“ des Fauves-Künstlers Matisse wird in eine mit rot-brauner Farbe bestrichene, lineare Laubsägearbeit verwandelt, wobei diese über Eck befestigt wird, so als wollte Briz die Räumlichkeit, die Matisse Anfang des 20. Jahrhunderts bedachtsam aus seiner Arbeit getilgt hatte, wieder zurückholen.
Der Film besteht aus rhythmisch gesetzten mit

experimenteller Musik unterlegten Durchblicken, der Führung des Museumsdirektors Dr. René Hirner im Sommer 2008 und Interview-Passagen mit dem Künstler.