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Hama Lohrmann | Kreiswanderung

2012 | HD 1080 | 23:23 min

„Also, drei Flüsse gibt es. Und da schaue ich, dass ich zum Teil Brücken benutzen kann. Wenn nicht, hoffe ich halt, dass ich durchwaten kann, dass er nicht zu tief ist“, sagt Hama Lohrmann vor seiner Kreiswanderung um Titisee-Neustadt. Er wandert auf einer auf der Karte mit dem Zirkel geschlagenen Route, d.h. weitgehend weglos, querfeldein. Wozu das? „Im Herbst habe ich hier

eine Ausstellung inTitisee-Neustadt und um die Gegend kennen zu lernen, muss man zu Fuß die Gegend erkunden. Das geht eigentlich nur so“, liefert Lohrmann die Begründung.
Hama Lohrmann ist ein Landart-Künstler. Seine Kunst ist einerseits konzeptionell, andererseits überzeugend elementar.
Elementar ist das Gehen, Wandern, Laufen. Die

Ergebnisse einer Werkserie bezeichnet der Künstler einmal ausdrücklich als Lauf-Werke. Das Gehen ist also Teil seiner Kunst.
Weil es vergänglich ist, braucht Lohrmann diverse Formen der Dokumentation seiner Aktionen: Das Einzeichnen einer genau gelaufenen Route in eine Karte, das Sammeln von Erden, deren Aufbereitung und das Vermalen in einem Kreisbild, Fotografieren

einer Aktion und deren Ergebnissen in der Natur. Oft sind das geometrische Steinformen in der Landschaft oder in Galerieräumen.
Das Konzept für Lohrmanns Kunst hat sich aus seiner Liebe für ursprüngliche Landschaften entwickelt, seien es Gebirgszüge, Wüsten oder Steppen. Er klettert, durchwandert oder quert eine menschenleere Region mit einem präzisen

 Vorsatz, zum Beispiel, einen Kreis mit einem genau abgemessenen Radius zu laufen, wie hier im Schwarzwald.