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Götz Arndt | Erl

2010 | SD 16:9 | 15:26 min

Kritisch setzt sich Goetz Arndt mit dem Kultobjekt Auto auseinander. Im Bildhauersymposion Werk 10 arbeitete er als Partner der Paul Hartmann AG . Aus einer großen Zahl an Produkten dieser Firma wählte der Künstler OP-Tücher aus. Sein Wettbewerbs-Entwurf, zeigt ein Spielzeugauto im Modell, über das OP-Tücher  gebreitet sind.

An einer Stelle öffnet sich ein Operationsfenster. Sollte also dem zunehmend als Klimakiller in Verruf geratenen Auto ein operativer Eingriff bevorstehen? Nun, Arndt entfernte sich offensichtlich von dieser allzu drastisch-kritischen Idee. Beim Endprodukt ist jedenfalls kein Operationsausschnitt mehr zu sehen.

Arndt setzte sich nun mit dem Thema Urform und Abformung auseinander. Hier kam Firma C.F.Maier in Königsbronn ins Spiel. Diese ist spezalisiert auf Produkte aus Aluminium und Kunststoffen und stellt Teile für die europäische Nutzfahrzeugindustrie her. Um formstabile Abformungen zu erzielen, ist Kunstharz bestens geeignet.

Der Künstler wählt einen Renault älteren Baujahrs, um davon eine Abformung zu machen. Im Werk werden OP-Tücher zu einer großen Form zusammengeklebt und zügig mit Kunstharz getränkt. Schließlich packen viele Hände mit an, um die schwere Folie über das Auto zu drapieren. Das Harz härtet aus. Eine zweite Abformung folgt.

Der Renault, über das eine der Formen gestülpt ist, und eine zweite leere Form bildeten schließlich das Ensemble, das auf zwei hintereinander liegenden Pkw-Parkplätzen in der Peripherie der Stadt abgestellt wurde. Arndt nennt das Werk „Erl“, in Anlehnung an neue, noch unbekannte Pkw-Modelle, die ebenfalls unter einer Folie versteckt werden. https://www.goetz-arndt.com

Das Heidenheimer Bildhauersymposion

Gegenwartskunst und aktuelle Technologie miteinander zu verbinden, war der Grundgedanke des Bildhauersymposions Heidenheim. Hierzu boten unterschiedliche Industrie- und Handwerksbetriebe aus Heidenheim und Umgebung ausgewählten

Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, ihre Kunstwerke für den öffentlichen Raum in den Betrieben zu realisieren. Für die Künstler bestand die besondere Herausforderung darin, dass sie mit jenen Materialien und Produktionstechniken arbeiten mussten, die in

den jeweiligen Betrieben vorhanden waren. So kam es zu einer produktiven Konfrontation von Gegenwartskunst und aktueller Industrieproduktion, die ungewöhnliche Werke und Projekte hervorbracht