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Harald Kröner | werk schaffen erde

2007/SD-4:3/15:10 min

Harald Kröner wurde im Rahmen des Bildhauersymposions Heidenheim, Werk 07, für eine Arbeit nominiert, die er zusammen mit Firma Osram, Herbrechtingen realisierte. Der Künstler hatte sich dafür entschieden, in zwei Unterführungen Licht-Texte von Max Frisch und Schlüsselworte aus Martin Heideggers „Der Ursprung des Kunstwerks“ anzubringen, die er mit Leuchtschrift realisierte. In diesem Film wird nur die später angekaufte Lichtinstallation mit

Heideggers Schlüsselworten in der Autounterführung dargestellt, die die B 19 in Richtung Stadtmitte unterquert. Mit rot leuchtenden Lampen von Osram, die ansonsten als Bremslichter dienen, gestaltete Kröner die Leucht-Worte „werk schaffen erde verbergung lichtung“. Die Wörter bringen einerseits zusätzliches Licht in den dämmrigen von Abgasen verrusten Tunnel, andererseits machen sie die Situation unter Tage bewusst. Passend hierzu ist das Schlüsselwort

„verbergung“. Das „werk“, im engeren Sinn das Kunstwerk, kann nur durch das „schaffen“, das Hervorbringen gelingen, so Heidegger.
So ist dieses Kunstwerk unter Zuhilfenahme von Heideggers Begriffen eine philosophische Reflexion über sich selbst. Freilich wird der Durchfahrende normalerweise vielleicht die „verbergung“ lediglich als das Unter-Tag-Sein verstehen, das „schaffen“ erhält vielleicht seine Bedeutung von der Tatsache, dass man auf die

Firma Voith zufährt und „lichtung“, dass man von der Dunkelheit ins Licht fährt. Auch so wirken die Worte irgendwie poetisch.
Vor ein paar Jahren wurden die Glühlampen durch hellere und Energie sparende Lampen ersetzt.

Das Heidenheimer Bildhauersymposion

Gegenwartskunst und aktuelle Technologie miteinander zu verbinden, war der Grundgedanke des Bildhauersymposions Heidenheim. Hierzu boten unterschiedliche Industrie- und Handwerksbetriebe aus Heidenheim und Umgebung

ausgewählten Künstlerinnen und Künstlerndie Möglichkeit, ihre Kunstwerke für den öffentlichen Raum in den Betrieben zu realisieren. Für die Künstler bestand die besondere Herausforderung darin, dass sie mit jenen Materialien und Produktionstechniken arbeiten

mussten, die in den jeweiligen Betrieben vorhanden waren. So kam es zu einer produktiven Konfrontation von Gegenwartskunst und aktueller Industrieproduktion, die ungewöhnliche Werke und Projekte hervorbrachte.