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Michael Beutler | Kontinuierliche Schalung

2013 | HD 1080 | 15:43 min

Rund zehn Meter hoch ist die Säule, die mit der „Kontinuierlichen Schalung“, die Michael Beutler in Zusammenarbeit mit der Voith AG im Rahmen des Heidenheimer Bildhauersymposions aus Papier fertigte. “Die Idee ist, ein genormtes Produkt zu entwickeln, welches theoretisch die Verbreitung der Säule rund  um den Globus ermöglichen würde“, sagt der Künstler. Ähnlich wie bei existierenden

Rohrschalungen wird auch hier Papier genutzt.
Theoretisch sollte jedes Schalungsmodul gleich wie das andere sein. Doch infolge der handwerklich erzeugten Papierschalung gleicht im endgültigen Werk kein Element dem andern. Die Proportionen sind zwar gleich, jedoch weichen Kanten und Oberflächen zum Teil stark von einander ab.

Es bedurfte einiger Versuche, bis die Lehrlinge Beutlers Idee unter Anleitung ihrer Meister in der Voith-Lehrwerkstatt die Papierschalungen so ausführen konnten, dass die Schalungen dem Druck des Betons stand hielten.
Die Spindel war die Grundvoraussetzung für diese seriellen Formelemente. Die Voith-Ingenieure zeichneten die Einzelformen zunächst mit CAD,

dann schnitten Voith-Mitarbeiter sie aus Alu-Blech aus und kanteten die Teile ab. Jeder Körper wurde dann in der Lehrwerkstatt montiert. So stand am Ende die 10-teilige Form zur Verfügung, in die ein Kern eingefügt werden konnte. Dieser war notwendig, damit die Teile aus der fertigen Papierschalung herausgezogen werden konnten. Diese Formen ergaben eine

romboide Einheit, die auf einer drehbaren Welle montiert wurde. Die Azubis wickelten schließlich die mit Leim bestrichene Papier-Bahnen Lage um Lage auf der rotierenden Spindel auf bis eine ausreichend dicke Wandung erreicht war. Mehr über Michael Beutler:
https://nagel-draxler.de/artists/michael-beutler/

Das Heidenheimer Bildhauersymposion

Gegenwartskunst und aktuelle Technologie miteinander zu verbinden, war der Grundgedanke des Bildhauersymposions Heidenheim. Hierzu boten unterschiedliche Industrie- und Handwerksbetriebe aus Heidenheim und Umgebung

ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, ihre Kunstwerke für den öffentlichen Raum in den Betrieben zu realisieren. Für die Künstler bestand die besondere Herausforderung darin, dass sie mit jenen Materialien und

Produktionstechniken arbeitenmussten, die in den jeweiligen Betrieben vorhanden waren. So kam es zu einer produktiven Konfrontation von Gegenwartskunst und aktueller Industrieproduktion, die ungewöhnliche Werke und Projekte hervorbrachte.