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Michael Beutler | Unendliche Säule

2013 | HD 1080 | 15:43 min

Rund zehn Meter hoch ist die „Kontinuierliche Schalung“, die der 1976 in Oldenburg geborene Künstler Michael Beutler in Zusammenarbeit mit der Voith AG in der Lehrwerkstatt im Haintal aus Papier verfertigte. “Die Idee ist, ein genormtes Produkt zu entwickeln, welches theoretisch die Verbreitung der Säule um den Globus ermöglichen würde. Ähnlich wie bei existierenden Rohrschalungen soll auch hier

Papier genutzt werden“.
Theoretisch sollte jedes Schalungsmodul gleich wie das andere sein. Doch infolge der handwerklich erzeugten Papierschalung gleicht im endgültigen Werk kein Element dem andern. Die Proportionen sind zwar gleich, jedoch weichen Kanten und Oberflächen zum Teil stark von einander ab.
Es bedurfte einiger Versuche, bis Beutlers Idee

von den Lehrlingen unter Anleitung ihrer Meister in der Lehrwerkstatt von Voith so ausgeführt werden konnte, dass die Schalungen dem Druck des Betons standhalten konnten.
Die Spindel war die Grundvoraussetzung für diese seriellen Formelemente. Deren Einzelformen wurden zunächst mit CAD gezeichnet, dann mit dem Laser aus einem Alu-Blech ausgeschnitten und abgekantet.

Jeder Körper wurde dann in der Lehrwerkstatt montiert. So stand am Ende die 10-teilige Form zur Verfügung, in die ein Kern eingefügt werden konnte. Dieser war notwendig, damit die Teile aus der fertigen Papierschalung herausgezogen werden konnten. Diese Formen ergaben eine auf

einer drehbaren Welle montierte romboide Einheit. Auf der rotierenden Spindel wurden schließlich die mit Leim bestrichenen Papier- bzw. Kartonbahnen Lage um Lage aufgewickelt bis eine ausreichend dicke Wandung der Papierschalung erreicht war.

Das Heidenheimer Bildhauersymposion

Gegenwartskunst und aktuelle Technologie miteinander zu verbinden, war der Grundgedanke des Bildhauersymposions Heidenheim. Hierzu boten unterschiedliche Industrie- und Handwerksbetriebe aus Heidenheim und Umgebung

ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, ihre Kunstwerke für den öffentlichen Raum in den Betrieben zu realisieren. Für die Künstler bestand die besondere Herausforderung darin, dass sie mit jenen Materialien und

Produktionstechniken arbeitenmussten, die in den jeweiligen Betrieben vorhanden waren. So kam es zu einer produktiven Konfrontation von Gegenwartskunst und aktueller Industrieproduktion, die ungewöhnliche Werke und Projekte hervorbrachte.